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SPD Ellertal: KGB mit den schnellsten Fingern in Franken!

Veröffentlicht am 03.12.2014 in Ortsverein

KGB

Kult-Trio wusste wieder einmal zu überzeugen!

 

Im gusseisernen Kamin knisterte das Holz. Und im altehrwürdigen Saal der Brauerei Hönig in Tiefenellern die Spannung. Würde es so sein wie immer? The same procedure as every year? Dass diese Frage eher rhetorischer Art war, das war den meisten Fans, die dem Auftritt von KGB entgegenfieberten, schon bewusst. Obwohl: Ein bisschen Ungewissheit blieb. Schließlich sind Werner Kohn, Uwe Gaasch und Waldi Bauer, die mit den Anfangsinitialen ihrer Nachnamen für KGB stehen, schon „a fei weng“ in die Jahre gekommen. Doch das kultige Dreigestirn mit den grauen und zuweilen wenigen Haaren bot einmal mehr eine fulminante Mischung aus heißer Musik und deftig-heftigen fränkischen Humor.

 

Wenn 1969 Woodstock der Höhepunkt der US-amerikanischen Hippiebewegung war, so sind die Auftritte von KGB beim Ellertaller Kulturherbst der SPD gelebte und gefeierte Erinnerungen an diese bunte, verrückte und spannende Zeit. Seit 14 Jahren gibt es den Kulturherbst der rührigen Sozialdemokraten aus dem Ellertal – und jedes Mal war KGB mit von der Partie. Zum Teil mit zwei, einmal sogar mit drei Auftritten hintereinander.

Kein Wunder, dass sich Anton Söhnlein, der Vater und Spiritus Rector des Kulturherbstes, und Kohn angesichts der langen, gemeinsamen Geschichte schwer taten, die genaue Anzahl der Auftritte im Hönig-Saal zu beziffern. Waren es 25 oder gar 30 in all´ diesen Jahren? Keiner wusste es mehr so genau. Und nach einem Schluck Hönig-Bier einigte man sich schiedlich-friedlich, wie es sich für den Geist der 68er-Generation gehört, auf einen Minimalkonsens: Es waren verdammt viele!

Und obwohl sich die Bandmitglieder von KGB gegenseitig „Frischzellenkuren“ verordneten, nötig hatten sie es nicht. Gaasch trommelte sich mit den schnellsten Fingern von Franken durch die Rockgeschichte vornehmlich der 60er und 70er Jahre, gekonnt wechselte er seine Stimmlage vom röhrigen Blues eines Eric Burdon, in dessen Vorprogramm schon einmal spielen durfte, bis hin zu den Kastratenstimmen der Bee Gees. Stones-, Beatles-, Birds-, Hollies-, Procul Harum-, Johnny Cash- und Sting-Klassiker gingen dem Publikum ins Blut und an die Herzen, musikalisch perfekt inszeniert und begleitet auch von Bauer auf seiner zwölfsaitigen Gitarre. Dank ihnen erfuhr das eher harmlose Liedchen von „Mrs Robinson“ von Simon & Garfunkel eine explosionsartige und viel umjubelte Neuinterpretation.

Bauers virtuoses Gitarrenspiel und Gaaschs ekstasische Trommelwirbel wurden immer wieder unterbrochen durch bitterböse, zum Teil deftige Lebensweisheiten, Wortfrozzeleien, Gedichte und Witze von Kohn, der seinen literarischen Fundus mit stoischem Gesicht vortrug und angestrengt versuchte jede Gefühlsregung – bis auf das Anheben des vor ihm stehenden Seidla an seinen Lippen – zu vermeiden. Und so forderte er mit einem Hut in Jamaika-Farben auf dem Kopf „Freiheit für den fränkischen Karpfen“, gab Nachhilfe in Bambergerisch (Was heißt „Schikanieren“ in Bamberg? Den Erzbischof ärgern!) oder erklärte einen Wildwechsel im Ellertal („Ein Löwenbräu-Laster vor dem Reh!“). Natürlich durfte an einem Abend wie diesem auch die „Oberhaider Wallfahrt“ nicht fehlen – ein Klassiker.

Nach fast vier Stunden Programm gab sich dann KGB geschlagen, Standing Ovations, Schulterklopfen und das eine oder andere Bier waren der Lohn für einen stimmungsvollen Abend. SPD-Ratsfrau Susanne Bonora brachte es auf den Punkt: „Erst mit KGB fängt für mich die Adventszeit so richtig an, erst nach deren Auftritt freue ich mich so richtig auf Weihnachten!“ Und so wird es auch im nächsten Jahr im Hönig-Saal wieder heißen: KGB – the same procedure as every year! 

Thomas Pregl

 
 

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