„Der rote Faden“ - 100 Jahre SPD Lichtenfels

Veröffentlicht am 10.11.2018 in Lokalpolitik

Kevin Kühnert spricht in Lichtenfels (Foto ©Lea Wolter)

Zahlreiche prominente Gäste, darunter auch der Bamberger Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz, der Lichtenfelser Kreisvorsitzende Sebastian Müller und der oberfränkische Europakandidat Martin Lücke, waren zusammengekommen, um im Stadtschloss das runde Jubiläum von "100 Jahre SPD Lichtenfels" gebührend zu feiern.

Der erste Redner, Bezirksheimatpfleger Günter Dippold, zeigte die Geschichte vor dem Jahre 1918 auf, die letztendlich zur Gründung der örtlichen SPD führte. Es herrschte damals ein großer linker Einfluss aus dem Raum Bamberg, und Schney wuchs bis 1890 zur sozialdemokratischen Hochburg an - trotzte dem Sozialismus-Verbot. Im gleichen Jahr kandidierte auch der SPD-Mann Scheer aus Nürnberg für den Großraum bis Lichtenfels und kam mit 22 Prozent bereits in die Stichwahl - für diese Zeit ein gutes Ergebnis.

1918 gründete sich dann der feste Ortsverein der SPD. Ralf Schneider und der Lichtenfelser Ortsvereinsvorsitzende Markus Püls erzählten so vom ersten Vorsitzenden Leonard Moll. Ein für die Sozialdemokraten ungewöhnlicher Vorstand, der sich als Korbmacher selbstständig gemacht hat und somit nicht etwa zur klassischen Arbeiterschicht zählte. Dennoch erfuhr er großen Zuspruch und zog 1920, nur zwei Jahre später, in den bayerischen Landtag ein. 

Helene Siebers, die erste Frau im Lichtenfelser Stadtrat, auch eine SPD-Frau.

1930 durchlebte die Sozialdemokratie eine schwere Phase, als die Nationalsozialisten ihr den Kampf ankündigte. Es folgten zahlreiche Austritte, Inhaftierungen und mehr. Schließlich wurde die Sozialdemokratische Partei Deutschlands bis 1945 offiziell verboten. Dass sich ein sozialdemokratisches Herz aber nicht verbieten lässt, zeigte der OV Lichtenfels deutlich, als er symbolisch nach dem 2. Weltkrieg Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften seit 1918 verteilte. Denn die Geschichte der SPD hat damals nie wirklich geendet.

Die Themen bis 1960 befassten sich dann etwa mit Wohnungsnot der Arbeiter und Gründung von Genossenschaften. Es gab sogar Planungen für den Bau eines Lichtenfelser Hafens, die dann letztendlich dank 40 Metern Höhenunterschied verworfen wurden.

1963 stellte die SPD mit Helmut Walther den ersten Landrat in Lichtenfels.
 
Es war der 18. Juli 1965, als ein neuer, ganz besonderer Gast die SPD im Kreis Lichtenfels besuchte. Zum Bundestagswahlkampf besichtigte der damalige Berliner Bürgermeister das historische Rathaus und sprach zudem im Schützenhaus in Weismain: der unvergessene Willy Brandt. Einen solchen Andrang hatten die Menschen zuvor noch nicht erlebt. Einwohner schmückten ihre Häuser, die Besucher standen bis auf die Straße um seiner Rede zu lauschen.

In den 90er Jahren gründete die SPD das Jugendzentrum in Lichtenfels und Gerhard Schröder wurde Schirmherr des berühmten Lichtenfelser Korbmarkts.

2014 setzte sich SPD-Kandidat Andreas Hügerich mit 64 Prozent der Stimmen gegen vier Kandidaten im Bürgermeisterwahlkampf durch und feiert seitdem mit seinem Stadtrat zahlreiche Erfolge wie die Ausweisung von Wohngebieten oder Investitionen in Kitas und Schulen.

Die letzte Rede des Abends kam dann von Ehrengast Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos (siehe Bild). Er zollte natürlich auch seinen Respekt an die vergangenen 100 Jahre voller Erfolge der SPD und den gelungenen Kampf gegen den Faschismus. Dennoch sei es wieder an der Zeit, in die Zukunft zu blicken, so Kühnert. Und auch hier sehe man deutlich wohin der Trend geht:

Viele Menschen fragten sich nämlich heute schon, ob die Sozialdemokratie ihr Ende erreicht habe. Kühnert fehle die Kultur, Probleme auszudiskutieren und intern auszutragen. Das diese Einstellung die falsche sei, zeigen jedoch zahlreiche Beispiele von europäischen Nachbarn wie Polen oder Italien.
Wir müssten "aufpassen, dass uns diese Haltung nicht bald auf die Füße falle". Unsere Grundwerte müssten immer an erste Stelle stehen!
Des weiteren ging der Juso-Vorsitz auf die Diesel-Thematik ein. Aus seiner Sicht sei das Ganze nur eine "Stellvertreter-Debatte" um die Frage „Wer hat hier die Hosen an? Die oder wir? Industrie oder Politik?“ Wir müssten klare Antworten auf die Frage liefern und klar machen, dass weder die Digitalisierung noch die Globalisierung unsere Politik hier aushebeln können und dürfen.

Um den sozialen Frieden für die nächsten 100 Jahre weiter zu sichern, sei zudem eine härtere Erbschaftssteuer nötig, um die Schere zwischen Arm und Reich endlich zu schließen. Weiterhin sei ein Generationenwechsel in der Politik nötig.

Dann würde er sich auch, zumindest in 50 Jahren, freuen, wenn er mit zwei gesunden Beinen zur nächsten Jubiläumsfeier dürfe, so Kevin Kühnert abschließend.

 

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