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Bamberg-Ost: Eindrücke vom Stadtteilspaziergang zum Tiefensammler

Veröffentlicht am 18.04.2026 in Kommunalpolitik

Querschnitt einer Tunnelbohrmaschine bei Gesteinsfräsung und Betonrohr-Vortrieb.

Der Tiefensammler ist notwendig – doch was heißt das für die Menschen vor Ort? Beim Stadtteilspaziergang wurde deutlich, wie wichtig es ist, Infrastruktur zu schaffen und gleichzeitig die Sorgen im Stadtteil ernst zu nehmen.

Auftakt vor Ort und erste Eindrücke

Am 15. April ab 17:30 Uhr haben sich interessierte Bürgerinnen und Bürger am Brunnen in der Wunderburg zum Stadtteilspaziergang zum Tiefensammler Bamberg-Ost getroffen. Von dort aus führte der Rundgang entlang der geplanten Trasse, mit mehreren Zwischenstopps, bei denen Hintergründe erläutert, Fragen aufgenommen und Eindrücke direkt vor Ort vermittelt wurden. Auch aus unserem Ortsverein waren Roswitha Spörl als Vorsitzende sowie der stellvertretende Vorsitzende Andreas Kolb vor Ort vertreten.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass das Projekt im Stadtteil viele Fragen und Sorgen auslöst. Im Mittelpunkt standen mögliche Auswirkungen auf Gebäude, Belastungen während der Bauzeit und Veränderungen im gewohnten Umfeld.

Einordnung und strategischer Rahmen

Im weiteren Verlauf wurde das Projekt durch Annegret Michler (Baureferentin der Stadt Bamberg), Herrn Probst (Abteilungsleiter Entwässerung, Bauingenieur) sowie Herrn Schütz aus der Öffentlichkeitsarbeit eingeordnet. Der Tiefensammler ist ein zentraler Baustein der städtischen Wasserstrategie, die klassische Infrastruktur mit Ansätzen wie der Schwammstadt verbindet. Ziel ist es, Bamberg langfristig besser auf Starkregen und klimatische Veränderungen vorzubereiten.

Dabei wurde auch die Entwicklung des Entwässerungssystems erläutert. Es ist historisch gewachsen und stößt bei heutigen Extremwetterereignissen zunehmend an Grenzen. Genau hier setzt das Projekt an.

Technische Grundlagen des Tiefensammlers

Der Tiefensammler dient als unterirdischer Speicher- und Ableitungskanal für Starkregen. Er soll das bestehende System entlasten und die Funktionsfähigkeit bei extremen Wetterlagen sichern.

Ein zentrales Ziel ist es zudem, Einleitungen in den Main-Donau-Kanal künftig vollständig zu vermeiden und das Wasser kontrolliert zur Kläranlage zu führen.

Sorgen aus dem Stadtteil und Antworten der Fachseite

Besonders präsent waren die Sorgen vieler Anwohnerinnen und Anwohner – etwa hinsichtlich möglicher Schäden an Gebäuden oder Auswirkungen im direkten Wohnumfeld. Diese wurden von Herrn Probst und dem Planungsteam ausführlich aufgegriffen und beantwortet.

Entlang der gesamten Trasse erfolgt eine umfassende Beweissicherung mit Vorher-Nachher-Dokumentation durch unabhängige Gutachter. Zusätzlich werden Parameter wie der Grundwasserspiegel kontinuierlich überwacht.

Die Bauarbeiten finden in rund 20 Metern Tiefe statt, überwiegend im Fels. Dadurch sollen Auswirkungen an der Oberfläche weitgehend vermieden werden. Auch spürbare Vibrationen sind laut Planung nicht zu erwarten.

Bauablauf und Auswirkungen im Alltag

Im Planungsprozess wurden verschiedene Varianten geprüft, um Wegeführungen und die Nutzung zentraler Bereiche möglichst zu erhalten. Dennoch wurde deutlich, dass nicht alle Wünsche technisch umsetzbar sind und Einschränkungen während der Bauzeit unvermeidbar bleiben.

Die Eingriffe an der Oberfläche beschränken sich auf einzelne Baugruben, während der Großteil der Arbeiten unterirdisch erfolgt. Lärm lässt sich dabei nicht vollständig vermeiden, soll aber so gering wie möglich gehalten werden.

Konkrete Punkte konnten im Austausch geklärt werden: Der Kiosk am Adenauerufer bleibt erhalten, ebenso der Spielplatz, für den eine barrierearme Erschließung vorgesehen ist. Auch die Bäume entlang des Adenauerufers müssen nicht gefällt werden.

Schwammstadt und langfristige Perspektiven

Der Tiefensammler ist Teil einer umfassenderen Strategie. Im Sinne der Schwammstadt soll Regenwasser künftig stärker vor Ort gehalten werden – etwa durch Versickerung, Rückhaltung oder Begrünung.

Ein Beispiel dafür ist die Grünfläche am Ulanenpark, die als Flutmulde dient und bei Starkregen Wasser aufnehmen kann.

Bürgerbeteiligung und Transparenz

Bürgerbeteiligung wurde als zentraler Bestandteil des Projekts hervorgehoben – auch wenn sie immer mit Abwägungen und Kompromissen verbunden ist. Die Hinweise und Sorgen aus dem Stadtteil wurden aufgenommen und diskutiert.

Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich weiterhin einzubringen, etwa bei Fragen zu Schulwegen oder wichtigen Verbindungen im Stadtteil. Karten und Planunterlagen sind bereits online einsehbar und werden fortlaufend ergänzt. Weitere Informationen gibt es unter https://www.stadt.bamberg.de/tiefensammler.

Fazit

Der Stadtteilspaziergang hat gezeigt, wie sensibel das Thema im Stadtteil ist. Der Tiefensammler ist ein notwendiges Infrastrukturprojekt, das langfristig zur Sicherheit beiträgt.

Gleichzeitig bleibt entscheidend, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und den Dialog fortzuführen. Denn der Erfolg eines solchen Projekts misst sich nicht nur an der Technik – sondern auch daran, ob es gelingt, Vertrauen vor Ort zu stärken.

 

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